Sonntag, 2. Juni 2019

29.05.19 - Ulsvag - Kurztrip nach Schweden

Fährüberfahrt

Ulsvag - noch im Nordland - Höhe der Lofoten. Heute haben wir noch einmal einen Abstecher in "skandinavische Innere" gemacht - nach Schweden, um dort günstiger einzukaufen. 2 x Maut unterwegs, und was wir wollten, gab es nicht. So war es am Ende nicht günstiger. Der Weg führte aber noch einmal in ein beliebtes Skigebiet. Jetzt, Ende Mai waren die Seen noch gefroren. Der Schnee reicht nicht mehr zum Skilaufen, jedenfalls nicht in den ca. 530 m Höhe, die wir hochgekrochen sind. Dafür sieht man überall das Schmelzwasser von den Bergen fließen. Es ist wie jeden Tag ein bombastische Landschaft.

Heute hatten wir unterwegs lange, beeindruckende Brücken, auch wieder Tunnel und unsere erste Fährüberfahrt über einen Fjord. Alle zu umfahren geht nicht. Wollen wir auch nicht.

Abend landen wir bei heftigen Regen auf einem LKW-Platz neben einem abgestellten "Hobby"-Wohnwagen. Da passte unserer gut daneben, wieder autark.


ca 500 m hoch - in Schweden - Lappland

manchmal regnet es auch 

28.05.19 - Bjierkwik - Frühling und Winter im Wechsel

Wir stehen in Bjerkrik, auch wieder autark, auch wieder an einem Fjord. Heute habe ich mein erstes Video aufgenommen, um eine fantastische Aussicht über Berge und Fjorde mal 360° rundum zu filmen. Zuvor konnten wir mehrere Betriebe zur Aquakultur fotografieren. 


Weiterer Text folgt ….

---- Eindrücke unterwegs ----

Samishop am Weg mit leckerer Rentiersuppe

Rentierfelle für die Touristen

Wasserspiegel - Silberglanz

und schwarze Berge - Schiefer 

Freitag, 31. Mai 2019

27. Mai 2019 Abschied von der "Nordkap-Insel"

Wir verabschieden uns vom Nordkap-Camping bei Regen und Kälte. Es ist das richtige Wetter, um unsere Rundreise in Richtung Süden fortzusetzen. Wieder geht es durch bombastische Landschaften, durch mehrere Tunnel und am Altafluss entlang, der durch die Schneeschmelze zur Zeit viel Wasser führt und ordentlich Strömung hat. Abends stehen wir direkt am Fjord mit Blick auf zunächst Ebbe, später Flut und dahinter Berge. Es ist eine Bucht, in die wir wir schauen. Bei Ankunft konnte ich am Ufer über Geröll spazieren, die Möwen hatten weiter hinter eine kleine Insel für sich. Zwischen Geröll und Schlick tummelten sich einige Bekassinen. Gegen Abend hatte die Flut diese Insel verschluckt. Wettermäßig ließen wir den morgendlichen Regen bald hinter uns. Die meiste Zeit begleitete uns wärmende Sonne. Was sind wir doch für Glückspilze.

Eindrücke unterwegs

Aquakultur deckt den Fischbedarf weit über Norwegen hinaus

26. Mai 2019 Pause und letzter Tag ganz im Norden

Es ist Sonntag und wir haben nichts weiter vor, als unsere weitere Rundreise durch Skandinavien zu planen. Es ist gar nicht so einfach, denn wir wollen einige Tage autark stehend und nicht für jede Nacht einen Standplatz bezahlen. Zwei größere Ziele sollen auf unserer Strecke noch liegen. Zum einen wollen wir die Trollstiegen beim Geirangerfjord entlangfahren und zum Zweiten sind wir bei Bekannten in der Nähe von Bergen eingeladen. Dort werden wir am 06. und 07. Juni erwartet. Von dort aus geht es weiter mit der Fähre am 12.06. von Langesund bis nach Dänemark, Hirtshals, anschließend durch ganz Dänemark Richtung Heimat, also Berlin. Die Tage dazwischen fahren wir ohne direkte Ziele einfach soweit wir kommen.

Neben der Planung der Reise wollte ich mir unbedingt noch die Zeit nehmen, die nähere Umgebung zu Fuß zu erkunden. Es ist ein ausgiebiger Spaziergang geworden, gummigestiefelt, trotzdem bei herrlicher Sonne. In Minischritten kommt hier ganz langsam der Frühling an. Super niedrige Weidenbüsche lassen dicht über der Erde ihre ersten Weidenkätzchen sprießen. Winzige pinkfarbene Blümchen blühen, nur diese, direkt über dem Boden, dort wo es geschützt ist. Gestern im Hafen von Hönningsvag blühte Huflattich. Sonst sind die durch Wind und Wetter gebeutelten Krüppelbäumchen noch blattlos. Es sind Fjellbirken, die so langsam wachsen, dass sie trotz Miniwuchs 100 Jahre alt sein können. Dafür schmücken sich die Felsen und einzelnen Steine mit bizarren Flechten, durchaus in leuchtendem Gelb oder warmen, kräftigen Rotbraun.  Viele Flechten sind braun, ockerfarben oder weiß-grau, kommen in runden Formen daher oder sie bilden verzweigte Landkarten auf den Steinen. 

---- Fotos aus der Umgebung des Campingplatzes ---


Raue Landschaft der nördlichen Finnmark


Fjellbirken im rauen Klima am Nordkap


Flechten an Felsen


leuchtend rote Flechten

Neben dieser kargen Flora kann die Fauna mit Rentieren und Schneehasen aufwarten. Rentiere sind hier viele zu sehen. Zum Campingplatz scheint eine Herde zu gehören, die wir immer wieder beobachten konnten. Ein Schneehäschen hoppelte auch schon am Wohnwagen vorbei. Leider immer so, dass ein Foto nicht möglich war. 

Zuletzt, am Ende meiner Runde stand ich mit Gummistiefeln im Fluss, der hier im Fjord mündet. Herrlich klares Wasser. Ich liebe es, mit den Füßen im Wasser zu stehen, egal ob Bach, Fluss, See oder Meer. Dabei bin ich gar keine Wasserratte - baden gehe ich sehr selten.



Aus den Bergen kommt reichlich Schmelzwasser


Miniweiden blühen dicht übern Boden



Montag, 27. Mai 2019

25. Mai 2019 Honningsvåg

Wir bleiben auf der Insel und auch auf dem Platz, den wir als erstes auserkoren haben. Nur führt unser Ausflug diesmal nicht in den Norden sondern in den Süden der Insel nach Honningsvåg. Auch dies ist ein Fischerort, allerdings etwas größer als der gestrige. Im Hafen gibt es Fischereibetriebe und die Hänge hinauf klettern keine Häuschen, bunt, also gelb, blau, weiß, grau, natürlich auch rot. 

Im Hafen ein Schiff der Hurtigruten

Unübersehbar im Hafen lag ein Schiff der Hurtigrouten, groß, beinahe gewaltig groß. Hier haben wir dann auch Gestelle mit Trockenfisch entdeckt, an denen nicht nur die Köpfe hingen, sondern der kostbare Teil. Ich habe gefühlt eine Millionen Stück Trockenfisch fotografiert.

---- Überschrift ----


Fischerei in Honningsvåg 

Im Hafen von Honningsvåg 

Hier trocknet Fisch

Trockenfisch soweit das Auge reicht


In Hönningsvag gönnen wir uns das erste Essen in einem Restaurant. Unser Reiseführer empfahl das Café Corner als preiswert und schmackhaft. Schmackhaft stimmt, preiswert für norwegische Verhältnisse vielleicht auch. Für uns sind die Preise etwas ungewohnt. Was solls. Im letzen Urlaub entdeckten wir an der Kasse einer teuren Schokolaterie das Schild „Augen zu und Karte durch!“. Daran denken wir hier manchmal, wenn wir die Preise in den Supermärkten sehen. Zum Glück haben wir reichlich Vorräte mitgenommen. Milch und frisches Obst oder Gemüse müssen wir jedoch kaufen und da spürt man, dass Norwegen ein teures Reiseland ist. 

Zurück zu unserem Essen. Im Caffe Corner saßen bereits einige Touristen, die vermutlich zum Schiff der Hurtigrouten gehörten. Platz für uns war trotzdem noch. Wir wählten Rentier, das als Geschnetzeltes serviert wurde. tranken ein Bier und hinterher einen Kaffee. Ich hatte noch ein Glas Wein (die Weinschorle kam in zwei Gläsern als Wein und Wasser) und dafür zahlten wir 71,- Euro. Dafür haben wir warm und gemütlich gesessen, sehr gut gespeist, Leute beobachtet und das Hurtigroutenschiff durchs Fenster bewundert. Zufrieden konnte es weitergehen.

Noch einmal Honningsvåg 

Auf dem Rückweg zum Campingplatz begleitete uns wieder arktische Landschaft, deren Reiz wir aufsaugen und nicht verstehen, dass diese in unserem Reiseführer so wenig gewürdigt wird. 


24. Mai 2019 - Nordkap

Unser Nordkap-Tag - ein großer Wunsch geht in Erfüllung. Laut Reiseführer klingt es so, als sei der Weg zum Kap langweilig. Das finden wir ganz und gar nicht. Die „Magere Insel“ zeigt eine großartige Landschaft. Dunkle Berge mit runden Bergrücken, auf denen Schneereste interessante Formen und Kontraste bilden, dazwischen Täler durchzogen von Gewässern jeder Art, fließend oder stehend, klein oder groß als Fjord oder auch in Form von morastigem Boden, durch den das Wasser glitzert. Die Fjordlandschaft ist halt karg, Baumbewuchs gibt es hier im äußersten Norden nicht, dafür erhabene Weite durch die eine einzige Straße direkt zum nördlichsten Punkt führt. Rechts und Links der Straße grasen ab und an einige Rentiere - nein, langweilig ist dieser Weg nicht.


Auf dem Weg zum Nordkap
Wir fuhren vormittags los und haben uns zuvor noch einen anderen Campingplatz angesehen. Dieser liegt näher am Nordkap am Rande eines kleinen Fischerdorfes. Die Zeit für eine kurze Rundfahrt durch das Dörfchen sollte sein. Ganz am Rande konnten wir Gestellte zum Trocknen der Fische bewundern. Und dann die Feststellung, hier trocknen nicht Fische, sondern nur die Köpfe. Tausende Fischköpfe, auf Leinen aufgefädelt und aufgehängt. Auch diese werden also verwertet.

Im Fischerdorf nahe des Kaps trocknen Fischköpfe in großer Zahl an Holzgestellen

Ans Kap gelangten wir bei herrlichem Sonnenschein. Die frühe Reisezeit bringt den Vorteil mit sich, dass wir uns diesen markanten Ort Europas mit nur wenigen Menschen teilten mussten. Ganz im Norden hatte ich scharfen Wind erwartet. Uns verwöhnten Windstille, Sonne und ein blauer Himmel für tolle Fotos. 

Trotz der wenigen Menschen, die wir hätten zählen können, gab es an der Erdkugel aus Eisen das dort üblich Spiel. Jeder Tourist möchte davor stehen und ein Foto mit nach Hause nehmen. Paare natürlich zu zweit. Auch uns hat jemand anderes fotografiert. 

---- Eindrücke  ----



Ganz am Ende der Straße - das Nordkap

Die Nordkap-Halle

Die Erdkugel - Fotomotiv Nr. 1

Blick vom Felsen


Als Eintritt zahlten wir rund 60,- Euro. Das ist ganz schön happig. Aber die Nordkapphalle mit Bar, Shop, Museum, Lichtgrotte und Panoramafilm ist sehenswert, der Platz am Globus sowieso. 

Das der blaue Himmel am Nordkap als besonderes Geschenk gilt, wurde uns von anderen Reisenden bestätigt. Unser Tag am Nordkap darf also auch in dieser Hinsicht als besonders gelten.

Sonntag, 26. Mai 2019

23. Mai - Ankunft auf der "Mageren Insel" Magerøya

Unsere nächste Etappe führt uns bereits auf die Insel, die sich rühmen kann, den nördlichsten Punkt Europas zu stellen. Das Nordkap liegt auf der "Mageren Insel" Magerøya, die man nur durch den Nordkaptunnel erreichen kann. Er ist 6,8 km lang und 212 m tief. Auf dem Festland schlängelt sich die Straße entlang des Porsangenfjordes - eine wunderschöne Strecke, trotz karger Landschaft. 

Hinter Kautokeino geht es zunächst über karge Hochebene, kurz vor Alta steigen wir jedoch auf ca. 400 Meter Höhe und fahren anschließend langsam runter durch eine herrliche Schlucht. Im Reiseführer steht etwas von einem "Alta-Canyon", der man aber wohl zu Fuß erobern muss. Wir fahren weiter und genießen die Ansichten, die uns die Straße bietet. Und auch diese sind wunderschön.



Fahrt durch eine herrliche Schlucht kurz vor Alta

Es geht dann weiter hinein in die Fjordlandschaft, wo sich die Straße an Felsen entlang schlängelt, eine Seite also Wasser, die andere Felsen. Mehrere Tunnel folgen und zuletzt der Nordkap-Tunnel.

Die Landschaft begeistert uns. Die dunklen Berge trage alle noch reichlich Schneereste, der Kontrast zaubert ein Zebramuster. Wir nennen es für uns "Zebralandschaft". 

Zebralandschaft - Norwegen
Der Campingplatz selbst ist schön gelegen direkt am Fjord. Wir wurden gleich von Rentieren begrüßt.


Ren direkt auf dem Campingplatz


Schneereste in den Bergen am Fjord


Nordkap-Camping - Sicht von der Straße aus

Anschrift:
Postboks 361
9751 Hönningsvag
www.nordkappcamping.no

B:71.02693, L:25.88993 oder 71°1'37''N 25°53'24''E

Die Strecke von Kautokeino bis hierher beträgt 341 km.

Mittwoch, 22. Mai 2019

21. und 22. Mai - Kautokeino - Hauptstadt der Samen


Wir gönnen uns einen Tag Pause und stehen auf dem Patz Arctic & Motel Kautokeino Camping

Die Landschaft ist karg, es ist kalt, ungemütlich und dennoch ist der Tag Pause gut, um die bisherigen Erlebnisse festzuhalten, Fotos zu sortieren, mal nicht nur im Auto zu sitzen.

Die Fahrt hierher ging gestern erst noch in Schweden am Bottnischen Meerbusen entlang über Luleå bis Haparanda und dort über die Grenze nach Finnland. Diese Grenze bildet der Fluss Torniojoki, der auch als Lachsstraße von Westfinnland bezeichnet wird. Es ist ein naturbelassener Fluss, der größte Lachfluss Europas und somit wohl ein Paradies für Angler. 

Die E8 entlang dieser Grenze lässt den Autofahrer ab und an einen Blick auf den Fluss erhaschen. Ansonsten geht es auch in Finnland überwiegend durch Wald, immer wieder durchbrochen mit Ausblicken auf Wasser, wobei nicht immer sicher ist, ob man nun den Torniojoki oder ein anderes Gewässer bewundert. Je weiter es in Richtung Norden geht, desto dünner wird der Wald und die Bäume werden kleiner und schlanker. Die schlanke Form ist typisch für Lapplandfichten, denn die weit ausladenden Äste der uns sonst in Europa bekannten Fichten würden unter der Schneelast im Winter brechen. 

Und dann endlich erblicken wir am Straßenrand große Tiere: "Ein Elch, fahr langsam." Viel zu schnell sind wir vorbei - eine Vollbremsung mit Wohnwagen wäre nicht so gut. Und dann kommt die Erkenntnis: "Nein, das war kein Elch, das war ein Rentier." Macht nichts, schließlich sieht man ja auch Rentiere nicht einfach mal so am Straßenrand.

Und das Glück beschert uns später tatsächlich noch eine Elchkuh mit Kälbchen und weitere zahlreiche Rentiere. Diese laufen rechts und links der Straße und lassen sich beim Überqueren Zeit. Entgegenfahrende Autofahrer warnen sich mit Lichthupe und so konnte ich rechtzeitig einige wenige Fotos machen.

Hier im Norden nehmen die Schneereste in den bergen deutlich zu. Manches Gewässer ist noch vereist. Direkt am Grenzübergang nutzen wir die Gelegenheit zum Tanken. Kontrolliert wurden wir nicht. Einsam und kaum befahren führt die Straße von Finnland hinüber nach Norwegen. Lappland, das Land der Samen gehört sowohl in das eine als auch das andere Land.

Hier der Link zeigt unsere Rute bis Kautokeino - 574 km 



Eindrücke unterwegs


Birken im frischen Maigrün.


Später fehlt das Grün zunehmend.


Rentiere in Finnland. Rentierzuchtgebiet.


Rentiere, wieder direkt am Straßenrand. 


Anschrift des Camingplatzes: Suomaluodda 16, 9520 Kautokeino
samicamp@me.com - www.kautokeinocamping.no

B: 68.99751 L: 23.03644 oder 68°59'51''N 23°2'11''E

Der Platz ist jetzt im Mai leer. Wir stehen zunächst allein zur Straße hin, da nur hier Strom erhältlich ist. Abends kommen zwei Wohnmobile, die am nächsten Morgen weiterreisen. Die Sanitäranlagen sind sauber und praktisch. In der Küche konnten wir kochen, um unsere Gasvorräte für die Heizung zu schonen. Dass es jetzt im Mai wirklich noch so leer ist, hätten wir nicht erwartet. Aber das Wetter bestätigt, hier ist der Winter erst am Ausklingen.

Grenzschild Norwegen - von Finnland aus die Straße 93 entlang

Montag, 20. Mai 2019

20. Mai bis kurz vor Luleå

Die heutige Etappe führte uns an der "Hohen Küste" von Schweden entlang. Die langen Strecken durch endlosen Wald werden immer wieder aufgelockert mit herrlichen Abschnitten, die den Blick frei auf den bottnischen Meerbusen geben. Und wenn es nicht das Meer ist, dann sind es eben Seen oder auch Flüsse.

Entlang der "Hohen Küste" in Schweden - endlos Wald und viel Wasser


Am Ziel - Rastplatz an einem See - eher großer betonierter LKW-Rastplatz - aber schön am Wasser gelegen. Trotzdem nicht sonderlich ruhig - direkt neben uns liegt die E4.

65.4238606, 21.5568223 oder 65°25'25.9''N 21°33'24.6''E


Unterwegs in Schweden
Das Wetter meint es gut mit uns - Sonne, Wärme (nicht zu heiß), kein Regen - herrliches Reisewetter.